Wer sind wir

O ihr, die ihr glaubt, seid die Helfer Gottes, so wie Jesus, der Sohn Marias, zu den Jüngern gesagt hat: „Wer sind meine Helfer (auf dem Weg) zu Gott hin?“
Die Jünger sagten: „Wir sind die Helfer Gottes.“
Sura 61: As-Saff (die Einreihung), 14

Wir sind Freunde, Christen, Jünger Jesu. Der Koran nennt solche Menschen „Helfer Gottes“.

Wir sind eine zahlenmäßig kleine Gemeinschaft von Menschen aus verschiedensten Hintergründen und unterschiedlichster Berufe. Wir wollen einfach als Brüder und Schwestern Gott nach den Worten Jesu, so wie wir sie im Indschil finden, dienen.

Für viele Menschen bedeutet Glaube, dass sie religiöse und kulturelle Traditionen und Rituale, die sie von ihren Vorfahren übernommen haben, pflegen, oft ohne ihren Sinn zu verstehen. Oft stehen diese Traditionen auch im Widerspruch zu den Worten Jesu. Für uns aber ist Glaube eine Wirklichkeit, die alle Bereiche unseres Lebens erfüllt.

Wir gehören keiner Konfession oder sonstigen Organisation an. Wir kommen jeden Tag zusammen, um gemeinsam über das Wort Gottes nachzudenken und so seinen Willen immer besser zu verstehen.

Wir lehnen hierarchische Strukturen ab, da sie im klaren Widerspruch zum Wort Gottes und zur Bruderliebe stehen. Wir sind davon überzeugt, dass die von Gott gewollte Einheit der Gläubigen nicht das Ergebnis menschlicher Befehlsstrukturen sein kann, sondern nur aus dem Gehorsam der Heiligen Schrift gegenüber kommt. Wir sind eins, weil jeder Einzelne sich zurückstellt und dem folgen will, was Gott für alle erkennbar in der Bibel offenbart hat.

Wir sind Menschen, die der Glaube an den einen und einzigen Gott, dem Herrn und Schöpfer des Universums, vereint. Gott, der uns aus Liebe erschaffen hat, ist der Grund und das Ziel unseres Lebens. Er hat sich Abraham offenbart und danach durch die Propheten zu den Menschen gesprochen. Die letzte und abschließende Offenbarung Gottes war in Jesus von Nazareth. Er ist das ewige Wort Gottes (Sura 3,45) und wurde für uns Mensch, um uns den Weg zu Gott zu führen.

Wir gehen den Weg, den er uns in seinen Worten weist. Er, der sich für uns vollkommen hingegeben hat, lehrt uns die wahre Hingabe an Gott und unsere Geschwister.

Wir wenden uns auf dieser Website an Muslime, weil wir wissen, dass Gott Jesus gesandt hat, um uns durch sein Beispiel und durch seine Worte die wahre Hingabe an Gott, das heißt, den wahren Islam zu lehren. Wir wollen Muslime ermuntern, die Worte Jesu zu lesen und zu verstehen. Leider sind diese Worte in der Geschichte immer wieder verdreht und missdeutet worden, sodass viele Muslime ein Christentum kennenlernen, das mit Jesus nichts mehr zu tun hat.

Es ist unser Anliegen, die Aufmerksamkeit auf die ursprüngliche Botschaft Jesu zu lenken, die für alle Zeit unveränderlich ist und sich an alle Menschen aller Völker richtet, und diese Botschaft in täglicher Hingabe wie die ersten Jünger Jesu zu verwirklichen:

Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. … Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war. Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk … (Aus Apostelgeschichte 2,42-47)

Warum wir den Koran zitieren

Manchmal werden wir mit der Frage konfrontiert, warum wir als Christen im Gespräch mit Muslimen – und so auch auf dieser Website – den Koran zitieren, da wir doch den Koran nicht als Heilige Schrift akzeptieren. Wir möchten hier dazu Stellung nehmen und hoffen, dass unsere muslimischen Leser unseren Standpunkt verstehen.

Als Christen glauben wir, dass Jesus von Nazareth das Wort Gottes in Person ist,1 was auf der Grundlage des Korans2 auch von Muslimen geglaubt wird – wenn auch mit einem wesentlich anderen Inhalt verbunden.

Wenn Jesus Gottes Wort ist, dann ist alles, was er gesagt und getan hat, der unüberbietbare Höhepunkt der Offenbarung Gottes. In Jesus, dem Wort Gottes hat Gott direkt zu uns gesprochen, nicht durch Vermittlung eines Engels oder eines Propheten, sondern unmittelbar. In den Worten Jesu hat Gott uns alles gesagt, was für unsere Beziehung zu ihm notwendig ist. Deswegen glauben wir, dass mit dem Kommen des Wortes Gottes in der Person Jesu Christi die Offenbarung abgeschlossen ist. Darum kann es für uns keine weitere Offenbarung geben.

Das Kommen Jesu in diese Welt hat einen derart großen Einfluss ausgeübt, dass alle die nach seinem Kommen etwas über Gott sagen wollten, an seiner Person nicht vorbei konnten. So ist es für uns nicht verwunderlich, dass auch der Koran sich mit Jesus beschäftigt. Da der Koran den Anspruch erhebt, die Thora und das Evangelium zu bestätigen, sehen wir es auch als gerechtfertigt, dass wir den Koran an der Thora und dem Evangelium prüfen.3 Auch in der Bibel werden wir ermuntert, alles zu prüfen und das Gute zu behalten.4

Gott hat uns durch Jesus seine Liebe ins Herz gelegt. Diese Liebe zu allen Menschen motiviert uns auch, uns mit dem zu beschäftigen, was den Menschen um uns herum wichtig ist, um ihr Denken und ihr Leben besser verstehen zu können. Die Liebe zu den Muslimen bewegt uns, uns auch mit dem Koran auseinanderzusetzen. Es interessiert uns, was Muslime auf der Grundlage des Korans über Gott, Jesus, Gericht, Himmel, Hölle, über ein gottgefälliges heiliges Leben und andere Fragen, die sowohl im Koran als auch in der Bibel angesprochen werden, denken. Wir möchten die Aussagen des Korans zu diesen Fragen anhand der Worte der Propheten und vor allem im Lichte der vollkommenen Offenbarung Jesu prüfen.

Abschließend wollen wir noch auf eine Aussage des Korans hinweisen:

Und Wir haben vor dir nur Männer gesandt, denen Wir Offenbarungen eingegeben haben. So fragt die Besitzer der Ermahnung, wenn ihr nicht Bescheid wisst. (Sure 16,43)

Wenn wir Christen, die “Besitzer der Ermahnung” den Muslimen Bescheid geben sollen, dann ist es notwendig, dass wir den Koran kennen und aufgrund der uns gegebenen Ermahnung, den Schriften des Alten und Neuen Testaments, zu beurteilen.

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Fußnoten:
  1. Johannes 1,1.14. 
  2. Sure 3,45; 4,171. 
  3. Die oft geäußerte Ansicht, dass die Bücher der Bibel verfälscht seien, wird, soweit uns aus dem Koran bekannt ist, auch im Koran nicht geäußert. Mehr dazu in unserer Abhandlung zu diesem Thema
  4. 1 Thessalonicher 5,21.